Hainbuchen-Feldulmenwald

Carpino-Ulmetum minoris

In sommerwarmen, subkontinental getönten Gebietsteilen kommt es an höheren Steilhängen des Odertales zur Ausbildung dieses artenreichen Hangwaldes.

In der Vegetationsstruktur sind Gemeinsamkeiten mit den Hartholz-Auenwäldern unverkennbar. Die Baumschicht wird von Ulmen (Ulmus minor, Ul. laevis), Feld-Ahorn (Acer campestre), Winter-Linde (Tilia cordata), Hainbuche (Carpinus betulus) gebildet. Darunter finden sich regelmäßig Sträucher ein, so Holunder (Sambucus nigra), Stachelbeere (Ribes uva-crispa), Hasel (Corylus avellana), Hundsrose (Rosa canina), Hornstrauch (Cornus sanguinea). Üppig entfaltet ist die Bodenvegetation, die zunächst einen reichen Frühjahrsaspekt mit Lerchensporn (Corydalis intermedia, C. pumila, C. solida), Scharbockskraut (Ranunculus ficaria), Efeublättrigem Ehrenpreis (Veronica hederifolia), Duft-Veilchen (Viola odorata) u. a. zeigt. Danach bestimmen nitrophile Kräuter das Bild, besonders auffällig darunter Klebkraut (Galium aparine), Nelkenwurz (Geum urbanum), Hecken-Kälberkropf (Chaerophyllum temulum), Knoblauchrauke (Alliaria petiolata), Gefleckte Taubnessel (Lamium maculatum), Ruprechtskraut (Geranium robertianum), Giersch (Aegopodium podagraria), Schöllkraut (Chelidonium majus),auch einige Gräser wie Knauelgras (Dactylis polygama), Wald-Zwenke (Brachypodium sylvaticum), Hundsquecke (Agropyrum caninum), Hainrispengras (Poa nemoralis) sind vertreten. Durchschnittlich finden sich um 30 verschiedene Pflanzenarten auf 400 m² Waldfläche ein.

Die floristische Abgrenzung zu den ebenen Hartholz-Auenwäldern ergibt sich durch das Fehlen feuchteholder Arten, vor allem der Esche, und das Vorkommen nässemeidender Waldgräser. Die Standorte sind steile Hänge mit z. T. labiler Bodenoberfläche. Das sandig-lehmige Substrat ist nährstoffreich, oft kalkhaltig, die Humusform ist Mull (C/N-Verhältnisse um 10). Der Wasserhaushalt kann als frühjahrsfrisch bis sommertrocken angesprochen werden. Das lokale Bestandesklima ist sommerwarm, mäßig lufttrocken und mäßig licht.

Gefährdungen sind reichhaltig und bedrohen die Existenz dieses Waldtyps. Die Standorte sind bei Eingriffen und durch Betreten stark erosionsgefährdet, das “Ulmensterben” hat überall in die Struktur der Baumschicht eingegriffen, und das anhaltende Einwandern der Robinie (Robinia pseudacacia) verändert zunehmend das Vegetationsbild.

Forstwirtschaftlich haben die Vorkommen keine Bedeutung mehr, für den Naturschutz und besonders die Landeskultur stellen sie hohe Werte dar, die es zu erhalten gilt.

Vorkommen: 
Oderhang des Burgwallberges südöstlich von Alt-Galow