Schloss Trebnitz

Zwischen Oderbruch und Märkischer Schweiz reizvoll gelegen, befindet sich eines der imposantesten Bauwerke der Region - Schloss Trebnitz. Dieser neobarocke Putzbau entstand Anfang des vorigen Jahrhunderts, sein "Kern" ist jedoch älter.
Einst gehörte das Gut der jüngsten Tochter des legendären Generalfeldmarschalls von Derfflinger, Charlotte von Derfflinger verw. von Ziethen, die 1695 Grundherrin wurde und später das Gut weitervererbte. Ihr Sohn, Georg Friedrich von Ziethen, ließ um 1730 den bedeutenden Park nach Beratung mit dem Botaniker Johann Gottlieb Gleditsch (1714 -1786) anlegen, der später vermutlich durch die berühmten Gartenbauarchitekten Neide und Lennè umgestaltet wurde.

Mittelrisalit Schloss Trebnitz
(Eingangsseite)
Foto: W. Ebert
Nach einer öffentlichen Versteigerung fiel das Herrenhaus 1792 an Albrecht Wilhelm von Pannwitz, Landrat des Niederbarnim und Domherr zu Halberstadt. Er vererbte es 1827 an seinen Neffen Carl Otto Magnus von Brünneck (1786 - 1866). Dieser hatte sich als Oberst in den Befreiungskriegen gegen Napoleon ausgezeichnet, so bei der Errichtung des ostpreußischen Landsturms. Später widmete er sich der Politik und gehörte zu den typischen Vertretern eines gemäßigten Liberalismus. Loyal dem König gegenüber, wandte er sich in den Jahren um die 48iger Revolution einerseits gegen eine radikale Demokratie, andererseits bemühte er sich um eine Verfassung in Preußen, die leider nicht zustande kam. Bei den Wahlen zur Nationalversammlung 1848 erhielt er als einziger Gutsbesitzer des Kreises Lebus das Votum. Damit war er zugleich der erste frei gewählte Vertreter des Kreises. Später wirkte er als Abgeordneter des Preußischen Herrenhauses. Besondere Verdienste erwarb er sich beim Bau der ersten Bahnlinie von Berlin über Küstrin nach Ostpreußen - Streckenführung und Bahnbau gehen wesentlich auf seine Vorschläge zurück.

Schloss Trebnitz - Parkseite, Foto: W. Ebert
Nach seinem Tod ging Schloss Trebnitz zunächst als Erbschaft an die Tochter Louise und um 1900 an Rinaldo von Brünneck über. Sein Bruder und Nachfolger Egmont ließ 1904-1910 das Gutshaus zum stattlichen neubarocken Schloss aus- und umbauen. Dem älteren Mittelbau wurden zwei Seitenflügel hinzugefügt und der kräftig hervortre- tende Mittelrisalit wurde mit mächtigen Doppelsäulen ausgestattetSchloss und Park blieben in Familienbesitz bis zum Einzug der Roten Armee 1945. Die westliche Eingansseite ziert noch heute das Brünnecksche Familienwappen. Der letzte Besitzer, Harald von Brünneck, wurde enteignet.
In der Nachkriegszeit diente das Gebäude zunächst als Lazarett. Nachdem das Schloss 1949 an die Gemeinde überging , wurde es bis 1992 auf vielfältige Weise genutzt: als Wohn- und Bürogebäude, Schule, Kindergarten, Treffpunkt der FDJ (Freie Deutsche Jugend) und Ferienlager.
Zwischen 1992 und 1998 erfolgte eine umfassende Sanierung des denkmal- geschützten Objektes mit Unterstützung des Bundes und des Landes Brandenburg. Die Leitung der Instandsetzung und dessen Bewirtschaftung lag in den Händen des gemeinnützigen Vereins "Schloss Trebnitz Bildungs- und Begegnungszentrum e.V.", der sich 1992 gründete. Schwerpunkt seiner Tätigkeit ist die emanzipatorische Jugendbildung. Als Begegnungszentrum will er zur Verständigung zwischen jungen Menschen aus West- und Osteuropa beitragen.

Quellen:
• Trebnitz. 2. veränderte Auflage. Linie Drei. Berlin 2000
   (Reihe "Schlösser und Gärten der Mark")
• Schloss Trebnitz Bildungs- und Begegnungszentrum e. V. (Faltblatt)
 
Märkische Eiszeitstraße, M. Klebert, 2003