Schloss Lanke

Majestätisch und französisch dominiert das Schloss den Ort Lanke, landschaftlich reizvoll eingebettet zwischen drei Seen: dem Obersee, dem Hellsee und der Krummen Lanke.Nach dem Schlossregister wurden 1441 die von Arnim mit Lanke belehnt, 1620 ging der Besitz an Friedrich von Götze, dann an die Kurfürstin, 1654 an Otto Christoph von Sparr (Prenden), 1668 an Wilhelm Heinrich von Happe und 1769 an die von Holwede.
Der erste Schlossbau geht vermutlich auf den Oberstwachtmeister Hans Heinrich von Wülknitz zurück, der 1783 Lanke übernahm. An ihn erinnern nur noch die Reste des Grabmals seiner Familie am Hellsee.Nach dem Bankrott derer von Wülknitz wurden 1827 das ehemalige Schloss und der Park veräußert an "Oberst-Kämmerer und wirklichen Geheim-Rath seiner Majestät des Königs, Grafen Wilhelm von Redern". Dieser beauftragte nach dem Kauf umgehend Joseph Peter Lennè mit der Gestaltung des weitläufigen Landschaftsparks, der bis an den Hellsee heranreicht.


Schloss Lanke

Die alte Schlossanlage war ihm, gemäß seiner hohen Stellung bei Hofe, nicht repräsentativ genug und er veranlasste von 1856 - 1859 einen generellen Umbau. Es ist anzunehmen, dass der Entwurf dafür von dem bekannten Berliner Architekten Eduard Knoblauch (1801 - 1865) stammt. So entstand ein imposantes Bauwerk im Neo-Stil der französischen Frührenaissance, das an die berühmten Schlösser der Loire erinnert.
1914 gingen Schloss und Park in das Eigentum der Stadt Berlin über und wurden anden "Kohlefürsten" Comerzienrat von Friedländer-Fuld verpachtet, der aus finanziellen Gründen auf seine Vorkaufsrechte für etwa 20 Millionen Mark "verzichtete". Damit verblieben Park und Schloss im Besitz der Stadt Berlin.
Bei den Nazis wurde Schloss Lanke als Arbeitsdienstlager benutzt. 
Nach 1945 befand sich hier jahrzehntelang eine psychiatrische Klinik, die zunächst auch noch nach der Wende bestand. Die Patienten fühlten sich hier geborgen und nutzten den herrlichen, wenn auch verwilderten Park für ihre Therapie.
In den 70er Jahren wurde das Schloss rekonstruiert und den Erfordernissen der Klinik angepasst. Das führte zur Minderung seiner baukünstlerischen Qualität, aber noch heute wirkt das Äußere des Schlosses unverändert französisch.
Nachdem die Klinik in den letzten Jahren wegen zu hoher Kosten aufgegeben werden musste, befindet sich die Anlage in Verwaltung der Berliner Stadtgüter und bedarf baldiger Sanierung. Der jetzige Leerstand bewirkt raschen Verfall.

Quellen:
• Nagel, Günter: Verwunschen und vergessen - der Lennè- Park in Lanke.
   In: Brandenburger Blätter v. 19.Okt.1996
 
Märkische Eiszeitstraße, M. Klebert, 2003